Die Ablösung der Eismassen, die als Folge des Klimawandels gilt, könnte das Eisschelf Larsen C destabilisieren, wodurch ein deutlicher Anstieg des weltweiten Meeresspiegels drohen könnte.
Das dramatische Ereignis hatte sich abgezeichnet: Satellitenbilder der europäischen Weltraumbehörde Esa hatten zuletzt gezeigt, dass der seit langem beobachtete Riss im Larsen-C-Schelfeis nur noch 13 Kilometer von der Eiskante entfernt war. Wann sich der Koloss vom Festland löst, konnten Forscher Anfang Juni allerdings nicht vorhersagen.
Doppelt so groß wie das Saarland
Allein durch die Ablösung sei Forschern zufolge kein Anstieg des Meeresspiegels zu befürchten, erklärten die Forscher damals. Die Ablösung der Eismassen könne aber Larsen C destabilisieren und zum Einsturz bringen. Dadurch würden riesige Wassermassen freigesetzt. Wenn alle von Larsen C aufgefangenen Gletscher ins Meer flössen, würde der weltweite Meeresspiegel um etwa zehn Zentimeter steigen, warnten die Forscher.
Der Eisklotz wird mit rund 5.000 Quadratkilometern doppelt so groß sein wie das Saarland. Nach Angaben des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven wird er zu den fünf größten Eisgiganten der vergangenen 30 Jahre zählen. "Wenn er sich gelöst hat, wird es keine zwei Jahren dauern, bis er vollständig geschmolzen ist", sagte Daniela Jansen vom AWI.
Zwei keinere Eisschelfe an der östlichen Seite der Antarktis sind bereits kollabiert: 1995 ging Larsen A verloren, sieben Jahre später Larsen B. Die Antarktis ist besonders stark vom Klimawandel betroffen: Sie zählt zu den sich am schnellsten erwärmenden Gebieten unseres Planeten.
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